• TERMINE
  • LEADING TEAM
  • BESETZUNG
  • KARTENVORVERKAUF
  • WAS SIE ÜBER ANATEVKA WISSEN SOLLTEN

 

 

TERMINE:

 


Premiere:


09. März 2018

weitere Termine:

10., 16., 17., 18., 23. und 24. März 2018

 

Die Vorstellungen beginnen um 19:30 Uhr - Sonntag um 17:00 Uhr –
im Stadtsaal Mistelbach.
Abendkassa ab 18:30 Uhr, Sonntag ab 16:00 Uhr.
Einlass ab 19:00 Uhr, Sonntag ab 16:30 Uhr.
Gastronomie ab 18:30 Uhr, Sonntag ab 16:00 Uhr.

 

LEADING TEAM:

 

 

Regie:
Musikalische Leitung:
Bühnenbild/Bühnenbau:
Regieassistenz:
Choreografie:
Lichtdesign:
Tondesign:
Grafikdesign:
Maske:
Kostüme:
Pressearbeit:
Gesamtleitung/Produktion:

 

Stephan Witzlinger
Andreas Schacher
C.A.Fath
Sandra Feiertag
Eva Klug
Jürgen Erntl
Georg Hrauda
Ingrid Beisser
Doris Wiesinger
Katharina Kappert
Roman Beisser
Reinhard Hirtl


BESETZUNG:

 

 

Tevje:
Golde:  
Hodel:
Zeitel:
Chava:
Bielke:  
Sprintze:    
Jente, eine Heiratsvermittlerin:
Mottel Kamzoil:
Schandel, seine Mutter:
Perchik:
Fedja:
Lazar Wolf:
Motschach, ein Gastwirt:
Rabbi:
Mendel, sein Sohn:
Awram, ein Buchhändler:
Nachum, ein Bettler:
Oma Zeitel:
Fruma-Sarah:
Wachtmeister:
Erster Russe, hoher Tenor:
Russen:
Erste Frau:
Zweite Frau:
Kinder:
Fiedler auf dem Dach:
Dorfbewohner:

 

Martin Berger
Doris Wimmer
Eva-Maria Gugganeder
Julia Mayer
Hannah Toriser
Anna Seltenhammer
Elena Schacher
Margit Körbel
Reinhard Hirtl
Elisabeth Schmid
Lukas Rapp
David Löw
Christoph Fath
Franz Mock
Michael Jedlicka
Michael Brunner
Christian Kernreiter
Johanna Wanderer
Ulrike Schwarzmann-Müllner
Barbara Schreiber
Max Kolodej
Engelbert „Angie“ Exl
Armin Rupprecht, Simon Rutschka, Oliver Harrach
Petra Rutschka
Andrea Steineder
Iris Rutschka, Amelie Schacher, Simon Hirtl
Daniel Esteban Arias Holguin
Ensemble des A-Capella-Chores Weinviertel

 

 

KARTENVORVERKAUF:

 

 

  • Kartenvorverkauf in allen oeticket-Verkaufsstellen
  • BESTELLFORMULAR
  • Kartenhotline 0676 / 501 73 34
  • Über alle Chormitglieder

 

WAS SIE ÜBER ANATEVKA WISSEN SOLLTEN
Ab März 2018 wird die erfolgreiche Musical-Produktion ANATEVKA mit Martin Berger als Milchmann Tevje beim Musiktheater Mistelbach zu sehen sein. Spannendes zum Hintergrund des Klassikers und Basisinformationen zu dem Stück von Jerry Bock, Sheldon Harnick und Joseph Stein finden Sie hier:

Titel
„Anna Tevka“ ist nicht der Name der weiblichen Hauptfigur, sondern das ukrainische Schtetl, in dem die Handlung des Musicals stattfindet, Anatevka.

Was ist ein Schtetl?
Schtetl waren Dörfer oder Kleinstädte in Osteuropa mit einem hohen Anteil an jüdischer Bevölkerung, die infolgedessen stark von jüdischer Tradition und Lebensweise geprägt waren. Je stärker der Druck von außen wurde, desto mehr besannen sich die Juden auf ihre Tradition und Religion. In den Schtetln konservierte sich so eine orthodoxe Lebensweise, wie sie im übrigen Europa kaum mehr vorhanden war. Im Zuge der Pogrome ab 1905 und infolge der Vertreibungen im zweiten Weltkrieg wurde die Welt der Schtetl vernichtet.

Worum geht es in dem Musical?
Der Milchmann Tevje hat fünf Töchter, drei davon im heiratsfähigen Alter. Er versucht, diese angemessen, das heißt seinem jüdischen Glauben gemäß, zu verheiraten. Das geht nicht ohne Reibereien ab; denn die Töchter haben ihren eigenen Kopf – und seine Frau Golde im Übrigen auch. Mit Humor und einer gehörigen Portion Vaterliebe findet Tevje meistens einen Weg, ihre Wahl zu akzeptieren. Doch nicht immer gelingt es ihm, über den eigenen Schatten zu springen.

Worum geht es noch?
Um die Situation der Ostjuden an der Wende zum 20. Jahrhundert unter der Herrschaft des zaristischen Russlands. Ihr Leben in den Schtetln war von Armut geprägt, und immer wieder mussten sie neue Schikanen der russischen Bevölkerung hinnehmen. Auch in Anatevka spüren die Bewohner die Verschärfung der antisemitischen Politik nach der Revolution von 1905.

Worauf basiert die Handlung?
Auf den Erzählungen „Tewje, der Milchiger“ (1920ff.) von Scholem Aleichem. Aleichem gilt als Mitbegründer der Literatur in jiddischer Sprache, mit der es den Autoren gelang, breite Schichten der ostjüdischen Bevölkerung zu erreichen, die das Hebräische – die traditionelle Schrift- und Gelehrtensprache der Juden – nicht beherrschten. Seine Geschichten beschreiben fast immer den Alltag im jüdischen Schtetl. Der schonungslos realistischen Darstellung des oftmals ärmlichen Lebens setzt er Witz und Ironie entgegen, weswegen er auch als Humorist oder Satiriker bezeichnet wird.
Die alles dominierende Hauptfigur seiner Erzählungen ist Tevje, ein tiefgläubiger und in der jüdischen Kultur verwurzelter Mann, dessen Bildung sich vor allem aus dem Studium der Bibel ableitet. Er hat eine wort- und bildgewaltige Sprache, durchsetzt mit Bibelsprüchen, jiddischen Sprichwörtern und zahlreichen aus dem Ukrainischen entlehnter Wörter.
Der äußere Rahmen der Sammlung ist ein Gespräch: Tevje berichtet dem „Gast“ Aleichem von seinem Leben, seinen Sorgen und Wünschen und von seinen Töchtern, fünf an der Zahl. Während er von den Versuchen erzählt, die Töchter zu verheiraten, werden gleichzeitig die innerjüdischen sozialen Entwicklungen, aber auch die politischen Umstände in Russland und der Welt thematisiert.
Das Musical konzentriert sich mehr noch als die Vorlage auf Tevje und seine Familie, genauer: auf die Verheiratung seiner drei ältesten Töchter. Im Gegensatz zu vielen anderen Musicals steht das Wort im Vordergrund. Namentlich die Hauptfigur Tevje definiert sich über ihre Zwiesprachen mit seinem Gott, die häufig von Musik untermalt werden, und über die Dialoge mit den anderen Figuren. Seine Sprache, die Art seines Humors und seine Angewohnheit, die bittere Realität hinter amüsanten Bemerkungen zu verstecken, machen die spezifische Atmosphäre von Aleichems Text aus. Joseph Stein ist es gelungen, diese Atmosphäre ins Musical zu übertragen.

Ist die Musik jüdisch?
Nicht so sehr, wie man denken könnte: Für die Komposition von „Anatevka“ hat sich Jerry Bock zwar mit jüdischer und russischer Musik auseinandergesetzt. Allerdings dominieren diese Bezüge seine Partitur nicht, sondern tauchen eher wie Zitate auf. Die Musik des Musicals hat ganz verschiedene Facetten: ausgelassene Tanzmusik wie in „L’Chaim“, berührende Momente der Innerlichkeit wie in „Chavaleh“, rituelle Musik, Melodramen usw. Die relativ große Orchesterbesetzung ermöglicht die Mischung ganz verschiedener Klangfarben: den klassischen Broadway-Sound bedienen Songs wie „Matchmaker“ oder „Now I have everything“. Anklänge an jüdische Musik finden sich eher in den Nummern der älteren Generation, z.B. in Tevjes „If I were a rich man“, wo sich Koloraturen auf sinnfreie Silben finden, die auf chassidische Musik verweisen.

Gibt es auch Tanzszenen in dem Musical?
Ja, mehrere. Das Musiktheater Mistelbach hat gute Tänzerinnen und Tänzer in ihren Reihen, die zum Beispiel den berühmten Flaschentanz tanzen. Sie präsentieren sich aber auch als akrobatische Russen oder skurrile Geister, die Tevjes Frau Golde im Traum erscheinen. Doch nicht nur die Tänzerinnen und Tänzer schwingen das Tanzbein, sondern auch die Solisten sowie die Damen und Herren des Chores: Schließlich geht es in dem Musical um eine ganze Dorfgemeinschaft; alle Feste werden gemeinsam gefeiert und dabei wird, ob im Wirtshaus oder auf der Hochzeit, getanzt.

Welcher ist der bekannteste Song?
„If I were a rich man“ – „Wenn ich einmal reich wär“ des Milchmanns Tevje. Dieser Song ist weit über das Musical hinaus bekannt geworden. Tevje malt sich darin aus, was er anstellen würde, wenn er viel Geld hätte. Er würde sich zum Beispiel ein großes Haus bauen, in dem es eine Treppe gäbe, die zwar ins Nichts führt, dafür aber gut aussieht. Seine Frau Golde könnte den ganzen Tag mit dem Personal schimpfen; er selbst würde sich dem Bibelstudium widmen und wäre als hoher Gelehrter anerkannt: denn wer reich ist, gilt auch als klug. Den Text dieses Songs hat Joseph Stein zum großen Teil wörtlich aus Aleichems Vorlage zitiert.

Was ist das Besondere an „Anatevka“?
„Anatevka“ scheint alle Regeln des Showbusiness zu brechen: Ein Musical ohne Happy End, ohne große Shownummern und romantische Liebesgeschichte war zumindest in den 60er Jahren neu. Das Besondere ist der schmale Grat zwischen Spaß und tödlichem Ernst sowie die Verflechtung von privater Geschichte und politischem Hintergrund.

Wann wurde „Anatevka“ uraufgeführt?
Die Uraufführung fand am 22. September 1964 am New Yorker Broadway statt. Mit 3242 Vorstellungen in Folge brachte es „Anatevka“ auf die damals längste Laufzeit eines Musicals am Broadway. Als es dort abgesetzt wurde, hatte sich das Stück bereits auf der ganzen Welt verbreitet.
Dieser große Erfolg eines scheinbar untypischen Musicals hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen: Neben der unbestrittenen Qualität von Buch und Musik unter anderem mit der Situation des Broadways in dieser Zeit. Die größte Theatermeile der Welt steckte Anfang der 60er Jahre in einer tiefen Krise. Auf die großen Hits „My Fair Lady“ (1956) und „West Side Story“ (1957) war kein vergleichbarer Kassenknüller mehr gefolgt. Zudem machten sowohl Hollywood mit aufwändigen Musicalverfilmungen, als auch der neu aufgekommene Off-Broadway mit seinen kleineren Bühnen, die den kommerzialisierten Großproduktionen schlankere und anspruchsvollere Stücke entgegensetzten, dem Geburts- und Heimatort des us-amerikanischen Musicals zunehmend Konkurrenz. „Anatevka“ war ein Experiment, den stereotypen Shows etwas Neues entgegenzusetzen. Es gelang: „Anatevka“ gehört bis heute zu den meistgespielten Musicals.